Ida Carleborn – Von Autoimmunerkrankung zu ganzheitlicher Gesundheit

Ida Carleborn – Von Autoimmunerkrankung zu ganzheitlicher Gesundheit

Ida Carleborn ist Grfcnderin von DailyGarboos und The Algorithms of Life. Im Jahr 2014 erhielt Ida die Diagnose einer Autoimmunerkrankung und beschloss, sie auf natfcrliche Weise, ohne Medikamente, zu heilen. Das wurde zum Katalysator ffcr das Verste4ndnis ganzheitlicher Gesundheit und daffcr, wie mentales, kf6rperliches, emotionales und spirituelles Wohlbefinden zusammenhe4ngen.  

Mit einem ganzheitlichen Blick auf Gesundheit, Identite4t und Longevity teilt sie, wie kleine te4gliche Entscheidungen, Journaling und Selbstffchrung nachhaltige Vere4nderung, von innen nach audfen, erzeugen. In diesem Interview tauchen wir in ihre Schlfcssel zu nachhaltiger Vere4nderung ein, in te4gliche Gewohnheiten, die einen grodfen Unterschied machen, und wie Identite4t ffcr Verhaltense4nderungen entscheidend ist. 

1. Erze4hle von deiner Gesundheitsreise f6 was brachte dich dazu, deine Lebensweise vere4ndern zu wollen?

Antwort: Ich begann meine Gesundheitsreise lange bevor ich eine Autoimmunerkrankung bekam. Nicht weil ich krank war, sondern weil ich neugierig auf mein volles Potenzial war f6 mental und kf6rperlich.

Nach dem Abitur 2012 begann ich zum ersten Mal in meinem Leben im Fitnessstudio zu trainieren. Parallel vertiefte ich mich darin, wie der Kf6rper funktioniert, und begann, obwohl ich noch zu Hause wohnte, alle Mahlzeiten von Grund auf selbst zu kochen. Ich hf6rte frfch mit Zucker, Fertigprodukten und fast ganz mit Alkohol auf. Nicht, weil ich damit Probleme hatte, sondern weil es mir ohne besser ging. Bald merkte ich, dass es ein neues Niveau des Wohlbefindens gab, und das motivierte mich, weiterzumachen. 

Als ich spe4ter 2014 eine Autoimmunerkrankung bekam, ging das zune4chst mit viel Selbstanklage einher. Ich war fcberzeugt, dass ich sie mir durch Jahre der Leistung und inneren Stress selbst zugezogen hatte.

Mit der Zeit erkannte ich, dass wir mehr von dem bekommen, worauf wir unseren Fokus richten, und dass unsere Kraft in dem liegt, was wir tatse4chlich beeinflussen kf6nnen. Dort fand eine entscheidende Verschiebung statt: von Selbstanklage zu Verantwortung. Wenn wir Verantwortung fcbernehmen und unsere Energie dorthin lenken, gewinnen wir enorme Kraft. 

Im Nachhinein sehe ich die Autoimmunerkrankung als das Beste, was mir passiert ist. Sie zwang mich, Gesundheit aus einer grf6dferen Perspektive zu betrachten und ffchrte mich zu neuen Entscheidungen, neuen Wahrheiten und einem ganz anderen Leben. Oft kf6nnen wir erst im Nachhinein sehen, dass etwas nicht gegen uns geschah, sondern ffcr uns; um uns genau dorthin zu bringen, wo wir heute sind.

Wir mfcssen auch nicht auf eine Krise warten, um unser Verhalten zu vere4ndern.
Wir kf6nnen diese Vere4nderung jetzt we4hlen, in jedem Augenblick.

2. Was, denkst du, missverstehen viele in Bezug auf Gesundheit und Longevity?

Antwort: Ein Muster, das ich in Fragen, die ich erhalte f6 besonders rund um Autoimmunite4t f6 he4ufig sehe, ist: abWie strikt warst du?bb und abWie lange hat es gedauert?bb

Ich verstehe die Fragen. Aber zwischen den Zeilen hf6re ich oft: abWie wenig kann ich tun und trotzdem Ergebnisse bekommen?bb

Und genau dort liegt ein Perspektivwechsel, der entscheidend ist. Nicht nur, um Ergebnisse zu erreichen, sondern auch, um sie beizubehalten und sich im Laufe des Lebens weiterzuentwickeln.

Viele suchen nach der richtigen Methode, der richtigen Erne4hrung oder dem richtigen Nahrungserge4nzungsmittel, verpassen aber das Gesamtbild. Gesundheit geht selten auf eine einzelne Madfnahme zurfcck. Sie ist die Summe kleiner, konsequenter Entscheidungen fcber die Zeit und wie sie zusammenspielen. Schlaf, Erne4hrung, Bewegung und unser mentales Klima beeinflussen sich ste4ndig gegenseitig.

Im Bereich Longevity passiert gerade viel Spannendes, mit neuen Tools und Technologien. Ich bin sehr daffcr. Gleichzeitig sehe ich einen steigenden Wert darin, den eigenen Kf6rper zu kennen und Vertrauen in ihn aufzubauen. Nicht all unser Vertrauen in das zu legen, was unseren Schlaf oder Stress misst, sondern die Werkzeuge zu nutzen, um unsere Muster, Stressoren und Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Ffcr mich le4uft es immer darauf hinaus, eine stabile Basis zu schaffen. abBasics for biohacking.bb Und diese Grundlage ist zu einem grodfen Teil mental: wie wir denken, interpretieren und mit dem umgehen, was um uns herum geschieht. 

Longevity bedeutet nicht nur, le4nger zu leben, sondern unseren health span zu erhf6hen: die Anzahl gesunder, vitaler Jahre. Das Leben zu verle4ngern und zugleich seine Qualite4t zu vertiefen.

3. Du sprichst oft fcber Identite4t statt Gewohnheiten f6 warum?

Antwort: Gewohnheiten und Verhaltensweisen folgen der Identite4t. Wir handeln im Einklang damit, wie wir uns selbst sehen und wer wir glauben zu sein.

Das kf6nnen wir zu unserem Vorteil nutzen. Wenn wir mit Identite4t arbeiten, wird es einfacher, Verhalten auf nachhaltige Weise zu vere4ndern. Das erfordert oft anfangs mehr Arbeit, aber sobald eine neue Identite4t abinistalliertab ist, geschieht das Verhalten mehr oder weniger automatisch.

Studien zeigen, dass etwa 95 % unserer te4glichen Verhaltensweisen von unserem Unterbewusstsein gesteuert werden, das grodftenteils zwischen 0f07 Jahren programmiert wurde. Das Unterbewusstsein le4sst sich beeinflussen, unter anderem durch Visualisierung, Affirmationen und Reflexion. Wenn wir unser Unterbewusstsein vere4ndern, vere4ndern wir auch unsere Art zu handeln.

Ffcr mich geht es daher selten darum, neue Gewohnheiten mit Gewalt durchzusetzen, sondern darum, zu verstehen, warum wir heute so handeln f6 und was unsere unerwfcnschten Verhaltensweisen triggert. Dort liegt der Schlfcssel zu wirklicher Vere4nderung.

Wenn wir unser Verhalten langfristig vere4ndern wollen, mfcssen wir verstehen, an welche Identite4t es gekoppelt ist. Nicht nur eine a8To-do-Listea8 schreiben, sondern auch eine a8To-be-Listea8: Wer musst du sein, damit deine gewfcnschten Verhaltensweisen natfcrlich werden?

Die Worte a8ich bina8 sind kraftvoll. Sie bauen Identite4t. Wenn wir uns bewusst machen, was wir uns selbst einreden, dass wir sind, schaffen wir auch Raum, neue a8ich bina8-Wahrheiten zu we4hlen, die mit dem Leben im Einklang stehen, das wir erschaffen wollen.

Te4gliche Reflexion, Journaling, Affirmationen und Visualisierung sind seit fcber zwf6lf Jahren Teil meines Morgenrituals. Das war mein Einstieg in Meditation und mentale Arbeit und war entscheidend. Nicht nur ffcr meine Heilung, sondern in allen Bereichen des Lebens. Sowohl privat als auch professionell. 

Wenn sich die Identite4t verschiebt, folgen die Verhaltensweisen. 

4. Welche Rolle spielt das Nervensystem ffcr die Gesundheit, jenseits von Erne4hrung und Training?

Antwort: Eine entscheidende.

Viele machen auf dem Papier a8alles richtiga8, leben aber in ste4ndigem inneren Stress. Eine kritische innere Stimme, Sorgen um die Zukunft oder ste4ndiges Scrollen kf6nnen enorme Belastung erzeugen, ohne dass wir darfcber nachdenken. Ein Nervensystem im Alarmzustand kann weder Ne4hrstoffe optimal aufnehmen noch sich erholen oder heilen.

Ffcr mich sind Schlaf, Tageslicht frfch am Tag, te4gliche Spazierge4nge in der Natur ohne Kopfhf6rer, Stille und Routinen, die Voraussetzungen und Vorhersagbarkeit ffcr den Kf6rper schaffen, kein Luxus, sondern fundamental. 

Ich gehe mindestens eine Stunde am Tag in der Natur ohne Kopfhf6rer spazieren und meide in den ersten zwei Stunden des Morgens das Telefon. Das klingt vielleicht banal, ist aber eines der effektivsten a8quick fixesa8, die ich kenne, und etwas, das man erlebt haben muss. 

5. Wie gehst du mit Phasen um, in denen Motivation fehlt?

Antwort: Ich verlasse mich nicht auf Motivation. Ich sorge daffcr, die Voraussetzungen zu schaffen, um in der richtigen Energie und im richtigen mentalen Zustand zu sein.

Motivation ist flfcchtig, we4hrend Routinen Stabilite4t schaffen. Wir verlassen uns nicht auf Motivation, um uns die Ze4hne zu putzen; wir tun es, weil es Teil unseres Alltags ist. So sehe ich Gesundheit ebenfalls.

Wenn die Motivation niedrig ist, schaue ich auf die Ursache: Habe ich schlecht geschlafen, etwas gegessen, das Entzfcndungen ff6rdert, zu viel vor dem Bildschirm verbracht oder das Geffchl von Sinn verloren?

Motivation ist nichts, worauf wir warten. Sie entsteht durch Handeln und dadurch, dass wir den Unterschied spfcren. Wenn wir tun, was wir uns selbst versprochen haben, bauen wir Vertrauen auf f6 und das Vertrauen in uns selbst ist ste4rker als Motivation.

Ich glaube daran, das Vertrauen in Motivation als Katalysator ffcrs Handeln loszulassen und stattdessen das Vertrauen in uns selbst aufzubauen, uns te4glich um uns zu kfcmern. 

6. Was bedeutet es ffcr dich, Verantwortung ffcr seine Gesundheit zu fcbernehmen?

Antwort: Jeden Tag auf den Kf6rper zu hf6ren und bewusste Entscheidungen aus Selbstrespekt und Liebe zu treffen. 

Wenn wir unsere eigene Gesundheit priorisieren, zieht das ganz natfcrlich Kreise in allen anderen Bereichen unseres Lebens: unsere nahen Beziehungen, unsere Arbeit und die Gesellschaft im Grodfen und Ganzen. Wenn wir das sehen, kf6nnen wir auch die Perspektive wechseln f6 weg von der Idee, es sei egoistisch, uns selbst zu priorisieren, hin dazu, dass es alle um uns herum positiv beeinflusst. 

Wenn wir nicht sagen kf6nnen, dass wir uns selbst lieben, kf6nnen wir damit beginnen, uns selbst genug zu respektieren, um aus Liebe zu handeln.

7. Welchen Rat wfcrdest du jemandem geben, der nachhaltige Routinen schaffen mf6chte, ohne fcberwe4ltigt zu werden?

Antwort: Lass den Leistungsdruck los und beginne mit Reflexion. 

Mentale, kf6rperliche, emotionale und spirituelle Gesundheit he4ngen zusammen. Nimm Stift und Papier und betrachte den Ist-Zustand, ohne zu urteilen. Frage weiter abWarum?bb, bis du an die Wurzel deines Verhaltens gelangst; dort liegt oft der Schlfcssel.

Viele haben Angst vor Reflexion, weil sie nicht ffchlen oder sehen wollen, was da ist. Aber das, was wir vermeiden, steuert bereits unser Leben. Die Frage ist, ob die Angst hinzuschauen grf6dfer ist als die Angst, so weiterzumachen wie jetzt?

Eine einfache, aber wirkungsvolle dcbung:

  • Womit wirst du aufhf6ren?
  • Womit wirst du anfangen?
  • Was wfcrde das ffcr dich bedeuten?

Kontinuite4t ist entscheidend. Studien zeigen, dass es etwa 66 Tage dauert, ein Verhalten zu vere4ndern. Verpflichte dich ffcr diesen Zeitraum zu dem, was du aufgeschrieben hast, und reflektiere unterwegs.

  • Klein anfangen
  • Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. 
  • Baue Selbstvertrauen auf, indem du kleine Versprechen he4ltst
  • Lobe dich selbst te4glich
  • Reflektiere darfcber, wie es sich im Kf6rper anffchlt 

8. Welche sind deine persf6nlichen Gesundheits-Basics, zu denen du immer wieder zurfcckkehrst? (Vorschlag: als Liste schf6n unter dem Artikel darstellen)

  • Schlafqualite4t und stabiler Tag-Nacht-Rhythmus
  • Entzfcndungsarme, ne4hrstoffreiche Erne4hrung
  • Hochwertige Nahrungserge4nzungsmittel
  • Te4gliches Journaling und Meditation
  • Bewegung ohne Leistungsdruck + te4gliche Spazierge4nge
  • Rotlichttherapie und Lymphmassage
  • Regulation des Nervensystems

Ich nehme te4glich Nahrungserge4nzungsmittel; nicht um nahrhafte Kost zu ersetzen, sondern um den Kf6rper zu erge4nzen und zu unterstfctzen. Einige sind nicht verhandelbar, andere passe ich an Blutwerte und Lebensphase an.

Idas sechs grundlegende Nahrungserge4nzungen ffcr Gesundheit und Longevity

Probiotika, Flora Plus
Ich sehe den Darm als Grundlage sowohl der kf6rperlichen als auch der mentalen Gesundheit.

Die Darmflora zu unterstfctzen ist ffcr mich ein Weg, Resilienz, Balance und ein starkes Immunsystem aufzubauen; von innen.

Vitamin C
Eine te4gliche Unterstfctzung ffcr den Kf6rper in einer Welt mit hoher Belastung.

Ich nutze Vitamin C als Teil meiner langfristigen Arbeit an Zellgesundheit, Regeneration und niedriggradiger Entzfcndung.

Zink
Ein essentielles Mineral ffcr die Erneuerung des Kf6rpers und langfristige Resilienz.

Ich sehe Zink als Unterstfctzung ffcr Immunfunktion, Zellreparatur und hormonelles Gleichgewicht. Entscheidend, um mit Ste4rke, Klarheit und Vitalite4t zu altern.

Vitamin D
Ffcr Immunsystem, hormonelles Gleichgewicht und innere Stabilite4t.

Ein Supplement, das ich das ganze Jahr fcber nehme f6 als Teil pre4ventiver, nicht reaktiver Arbeit.

Magnesium
Ffcr das Nervensystem, den Schlaf und die Fe4higkeit des Kf6rpers, loszulassen.

Magnesium ist ffcr mich entscheidend ffcr optimalen Schlaf und ein Weg, dem Kf6rper Sicherheit und Ruhe zu signalisieren.

Omega-3
Ffcr Gehirn, Herz und eine ruhigere innere Landschaft.

Ein Grundpfeiler, um Entzfcndungen zu verringern und langfristige kognitive und kf6rperliche Gesundheit zu unterstfctzen.

Im Februar kannst du Teil zwei lesena0mit Fokus auf Darmgesundheit und Immunsystem, woa0Ida ihre Reise teilt, symptomfrei von einer Autoimmunerkrankung zu heilen und wie die Heilung desa0Darms daffcr entscheidend war, was sie sich damals gewfcnscht he4tte zu wissen und welche Supplements ihr am meisten geholfen haben.

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Fotograf: Art Svanberg.

Autor und Gutachter